„Fluch der Karibik“ vom BGH entschieden - Rechte von Synchronschauspielern / Synchronsprechern gestärkt

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BGH Urt. v. 10.05.2012, I ZR 145/11 Fluch der Karibik

Die Hertin Anwaltssozietät hat erfolgreich einen Synchronschauspieler vertreten. Prof. Dr. Paul W. Hertin machte Ansprüche auf Auskunft und Fairnessausgleich eines Synchronschauspielers geltend, der eine Hauptrolle in den weltweit äußerst erfolgreichen Kinofilmen „Fluch der Karibik I-III“ gesprochen hat.

Nachdem das Kammergericht Berlin (Urt. v. 29.06.2011, 24 U 2/10, GRUR-RR 2011, 409) Ansprüche des Synchronschauspielers auf Auskunft und Nachvergütung gemäß § 32a UrhG in der Berufung mit der Argumentation abgewiesen hatte, er habe im Verhältnis zu den Beiträgen der übrigen Künstler und Leistungsschutzberechtigten nur einen untergeordneten Beitrag geleistet, hat der BGH in seinem Urteil vom 10.05.2012 (I ZR 145/11) nun die Leistungsschutzrechte von Synchronschauspielern deutlich gestärkt.

Der BGH führt hierzu aus, es könne im Regelfall nicht davon ausgegangen werden, „die Synchronisationsleistung für den Hauptdarsteller eines Films sei von so untergeordneter Bedeutung für das Gesamtwerk, dass ein Anspruch nach § 32a UrhG von vornherein ausscheide. Die Synchronleistung habe eine wesentlich mitprägende Bedeutung für den Eindruck der dargestellten Filmfigur. Die Stimme eines Menschen stelle ein besonderes Persönlichkeitsmerkmal dar, das für die Erscheinung und die Wahrnehmung einer Person eine wesentliche Rolle spiele. Die Tätigkeit des Synchronsprechers bei der Synchronisierung eines Hauptdarstellers sei nicht auf das bloße Ablesen eines vorgegebenen Textes beschränkt, sondern das stimmliche Nachspielen der jeweiligen Filmszenen erforderlich.

Außerdem hat der BGH klargestellt: „Urheber und ausübende Künstler, die einen eher untergeordneten Beitrag zu einem Gesamtwerk erbracht haben, sind nicht generell vom Anwendungsbereich des § 32a UrhG ausgeschlossen“.

Für die Anwendung des § 32a UrhG generell interessant, bestätigt der BGH, dass auch Erträgnisse und Vorteile aus Verbreitungshandlungen im Ausland zu berücksichtigen sind, solange deutsches Recht vereinbart ist.

Die Sache wurde zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Kammergericht zurückverwiesen.

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