Gouda laktosefrei

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Zur Werbung mit Selbstverständlichkeiten

Gouda laktosefrei

Milch enthält Laktose. Käse wird aus Milch hergestellt. Dann enthält Käse auch Laktose und sollte von Personen mit einer Laktoseintoleranz besser nicht konsumiert werden. Könnte man denken, wenn nicht die Laktose bei einigen Käsesorten während des Käsereifeprozesses in Milchsäure umgewandelt würde. Das ist etwa beim Gouda der Fall. Wer für  Gouda mit dem Prädikat „laktosefrei“ wirbt, wirbt deshalb mit einer Selbstverständlichkeit und hat wettbewerbsrechtlich ein Problem. Denn eine Werbung, die Selbstverständlichkeiten herausstellt, kann trotz objektiver Richtigkeit der Angaben gegen § 5 UWG verstoßen, sofern das angesprochene Publikum annimmt, dass mit der Werbung ein Vorzug gegenüber anderen Erzeugnissen der gleichen Gattung und den Angeboten von Mitbewerbern hervorgehoben wird. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn dem Publikum nicht bekannt ist, dass es sich bei der betonten Eigenschaft um einen gesetzlich vorgeschriebenen oder zum Wesen der Ware gehörenden Umstand handelt“ (BGH, Beschl. v. 23.10.2008, I ZR 121/07).

Von diesem Grundsatz gibt es aber Ausnahmen, wenn durch die Angabe der Selbstverständlichkeit ein nicht zu leugnen des Informationsinteresse potentieller Kunden befriedigt wird, die von der Selbstverständlichkeit keine Kenntnis haben. So liegt es bei der blickfangmäßigen Werbung für einen Gouda mit „laktosefrei“, meint das OLG Düsseldorf (OLG Düsseldorf, Urt. v. 16.12.2014, I-20 U 227/13, Tz. 13 - laktosefrei) – wohl zu Recht. Denn wer unter Laktoseintoleranz leidet und nicht weiß, dass ein bestimmter Käse keine Laktose enthält, für den ist die Information sehr nützlich, auch wenn sie eigentlich eine selbstverständliche Eigenschaft des Produktes als Besonderheit herausstellt. weiter...

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