KG bestätigt Auskunftsansprüche von Kinderbuchautorin gegen Verwerterkonzern

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KG Berlin, Urteil vom 22.10.2012, Az. 24 U 44/11

Prof. Paul W. Hertin und Dr. Sandra Wagner verteidigten in der Berufungsinstanz erfolgreich den im landgerichtlichen Verfahren errungenen Auskunftsanspruch einer Kinderbuchautorin gegen verschiedene Unternehmen eines Konzernverbunds und ebnen damit erfolgreich den Weg zu Nachvergütungsansprüchen.

Die Klägerin ist Autorin bekannter Kinderserien, deren Stoff und Figuren von den Beklagten in allen erdenklichen medialen Formen verwertet werden. Sie hatte der Rechtsvorgängerin einer der Beklagten gegen Zahlung einer Pauschalvergütung sämtliche Nutzungsrechte an ihren Werken eingeräumt und begehrt nun Nachvergütungsansprüche gemäß § 32a UrhG.  

Das Kammergericht Berlin bejahte in Übereinstimmung mit der Vorinstanz das Bestehen des Auskunftsanspruchs. Ein auffälliges Missverhältnis zwischen dem der Klägerin gezahlten Buy-out-Honorar und den Erträgen der Beklagten sei hinreichend wahrscheinlich, jedenfalls bei Berücksichtigung der Verwertungserlöse nicht nur aus dem Tonträgerbereich, sondern auch derjenigen aus der Verwertung der Bild- und Tonträger von Animationsfilmen. Auch könnten die Beklagten die Auskunft "unschwer", d.h. mit noch angemessenen Aufwendungen nachkommen. Da es sich bei den Beklagten um Schwestergesellschaften desselben Konzerns handelt, von denen eine als Rechtsnachfolgerin der unmittelbaren Vertragspartnerin der Klägerin Lizenzgeberin der anderen Gesellschaften ist, sei eine Gesamtbetrachtung durchzuführen und der Auskunftsanspruch gegen jede dieser Gesellschaften gegeben.

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